![]() |
![]() |
![]() |
|
|
Johannes Kepler gilt als der Begründer der modernen Optik. Keplers Vorstellung von Licht kam der von Alhazen sehr nahe. Seiner Meinung nach gehen von jedem Punkt einer Lichtquelle unendlich viele Lichtstrahlen in alle Richtungen aus. Dabei stellt der Lichtstrahl nur ein geometrisches Gebilde dar, das die Richtung der Bewegung einer Oberfläche (ähnlich der einer Wellenfront) angibt, wobei die Bewegung mit unendlicher Geschwindigkeit erfolgt. Kepler erklärte die Camera obscura und auch die Funktionsweise des Auges, inclusive ihrer Linse und der Netzhaut, richtig.
Auf Basis der Brechungstabelle von Witelo (die dieser wahrscheinlich von Ptolemäus übernommen hat) versuchte Kepler ein Brechungsgesetz aufzustellen. Sein Ergebnis war recht kompliziert, weil er statt einer Beziehung zwischen Einfallswinkel Thomas Harriott (um 1560 - 1621) war 1601 wahrscheinlich der erste, der das Brechungsgesetz gefunden hat. Er formulierte es noch nicht in der bekannten Sinusform, sondern als geometrische Konstruktionsvorschrift. Meist wird Willebrord Snellius als Entdecker des Brechungsgesetzes genannt. Da er früh starb, konnte er seine Ergebnisse nicht mehr veröffentlichen. Seine Aufzeichnungen wurden aber von verschiedenen Wissenschaftlern eingesehen. Auch er soll noch nicht die Sinusproportion angegeben haben.
Diese hat erst Rene Descartes 1637 in seiner "La Dioptrique" veröffentlicht. Er leitete das Brechungsgesetz auf theoretischem Wege her. Nicht bekannt ist aber, ob er die Aufzeichnungen von Snellius gekannt hat. Durch Descartes Veröffentlichung wurde auch Pierre de Fermat auf das Brechungsgesetz aufmerksam. Er hielt die Herleitung gerade wegen dieser seiner Meinung nach unhaltbaren Annahme für falsch. Um 1662 gelang es Fermat, das Brechungsgesetz unter Annahme einer im dichteren Medium kleineren Lichtgeschwindigkeit herzuleiten (vgl. auch Huygens Erklärung des Brechungsgesetzes aufgrund seiner Wellenvorstellung). Grundlage war das "Fermatsche Prinzip": Das Licht legt den Weg zwischen zwei Punkten immer in der kürzest möglichen Zeit zurück. Unabhängig von der Art der Herleitung setzte sich die Form des Brechungsgesetzes als Sinusrelation durch. Es war mehrfach experimentell bestätigt worden und war bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts eines der wenigen bekannten fundamentalen, quantitativen Naturgesetze. |
![]() |
![]() |
![]() |
|